REISEBERICHT ISLAND
Á Sprengisandi
Auf dem Sprengisandur

Á Sprengisandi (deutsch Auf dem Sprengisandur) ist ein isländisches Gedicht von Grímur Thomsen aus dem Jahre 1861, das in der Vertonung durch Sigvaldi Kaldalóns den Status eines Volkslieds erlangt hat.

Und hier das Lied einmal in der Version von Ólafur Þórðarson und eine weitere Version, die ich auf YouTube gefunden habe. Weiter unten finden Sie eine deutsche Übersetzung und den isländischen Originaltext.

»Der Sprengisandur im zentralen isländischen Hochland ist ein sehr alter Weg, der schon seit dem Mittelalter zur Durchquerung Islands von Süd nach Nord genutzt wurde. Wegen der häufigen Wetterumschwünge und seiner Trockenheit war er bei den Einheimischen gefürchtet. In früheren Zeiten waren die Isländer überzeugt, dass hier Trolle und böse Geister sowie Geächtete ihr Unwesen treiben. Das Lied beschreibt die Furcht vor der Einsamkeit, den Geistern und den Geächteten, und fordert die Reiter auf, das Gebiet bei Tag so schnell wie möglich zu durchqueren. Das Tal Kiðagil stellt das sichere Ende der Reise dar.«  (Quelle: Wikipedia)

Auf dem Sprengisandur

Wir reiten, reiten, jagen über Sande,
die Sonne senkt sich hinter’m Anarfell
Hier durch’s Odland streifen böse Geister
sieh die Schatten auf dem Gletschereis.
Gott der Herr geleite meine Pferde
schwer wird heute noch der letzte Ritt.

Horch, Horch, Schleichen dort nicht Füchse
ihre Rachen netzen sie mit Blut,
oder aber jemand hat gerufen
dunkel klingt der rauhe Männerton
Vogelfreie Diebe in der Lavawüste
treiben ihre Schafe ins Versteck.

Wir reiten, reiten, jagen über Sande,
Abendrote auf der Herðubreið.
Die Elfenherrin zäumt bereits ihr Reittier,
ungestraft kreuzt keiner ihren Weg.
Meinen besten Reithengst würd’ ich geben,
wär’ ich doch schon bald in Kiðagil.

(Diese Übersetzung stammt von einem isländischen Bekannten unseres Reiseleiters.
Auf Wikipedia findet man auch eine andere Übersetzung.)

Á Sprengisandi

Ríðum, ríðum, rekum yfir sandinn,
rennur sól á bak við Arnarfell.
Hér á reiki’ er margur óhreinn andinn
úr því fer að skyggja á jökulsvell.
Drottinn leiði drösulinn minn,
drjúgur verður síðasti áfanginn.

Þei þei, þei þei. Þaut í holti tófa,
þurran vill hún blóði væta góm,
eða líka einhver var að hóa
undarlega digrum karlaróm.
Útilegumenn í Ódáðahraun
eru kannski’ að smala fé á laun.

Ríðum, ríðum, rekum yfir sandinn,
rökkrið er að síga’ á Herðubreið.
Álfadrotting er að beisla gandinn,
ekki’ er gott að verða’ á hennar leið.
Vænsta klárinn vildi’ ég gefa til
að vera kominn ofan í Kiðagil.