ASTRO-FOTOGRAFIE
Sonne, Mond, Planeten, Milchstraße, Deep Sky und Nordlichter

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung - wie es begann
  • Meine Ausrüstung
    • Kamera und Objektive
    • Nachführung
    • Sonnenfilter
    • Einzelteile mit Amazon-Link
  • Meine Fotoprojekte
    • Die Sonne
    • Der Mond
    • Die Planeten
    • Der Sternenhimmel
    • Die Milchstraße
      • Tipps zum Fotografieren der Milchstraße
    • Die Nordlichter
    • Deep Sky - Galaxien und Nebel
  • Software zur Bildbearbeitung
    • Für Mond-Bilder
    • Für Milchstraßen- und Deep-Sky-Bilder
    • Planetarien für den Rechner
    • Erweiterungen für Adobe Photoshop
    • Anleitungen
    • Hilfreiche Apps für das Smartphone
  • Weitere Links
  • Buchempfehlungen

 

Einleitung - wie es begann

Im Laufe der Jahre habe ich mich immer mal wieder an der Astro-Fotografie versucht. Seit dem es digitale Kameras und Bildbearbeitung gibt, ist es auch mit einer normalen Kamera möglich, den Mond zu fotografieren - sei es nun Vollmond oder die eine oder andere Mondfinsternis.

Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

Der Vollmond, aufgenommen im September 2008 mit einer Nikon D80 und einem 300mm Teleobjektiv.

Die Mondfinsternis am 27. Juli 2018. Auf dem ersten Bild sieht man den Mond zusammen mit dem Mars.

Die Mondfinsternis am 21. Januar 2019. Ich habe 13 Einzelaufnahmen in Lightroom bearbeitet und dann mit Photoshop zusammengesetzt.

Der Vollmond am 17. Juni 2019 habe ich mit verschiedenen Brennweiten (1000 mm und 300 mm) aufgenommen.

Meine Ausrüstung

Kamera und Objektive

Ich nutze meine Nikon D750 mit verschiedenen Objektiven sowie ein stabiles Stativ. Ich verzichte komplett auf die automatischen Einstellungen der Kamera. ISO, Weißabgleich, Blende und Belichtung sowie der Fokus werden manuell eingestellt. Alle Fotos werden im RAW-Format fotografiert.

Für den Mond verwende ich mein AF-S NIKKOR 70-300mm 4.5-5.6 oder mein PRAKTICAR 500m 5.6 mit oder ohne 2x Telekonverter. Und für die Milchstraße nutze ich mein Weitwinkel Samyang 14mm f2.8 und für Deep Sky Objekte mein Samyang 135mm f2.0.

Ich habe auch mal mit einem Spiegelobjektiv SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8 mit oder ohne 2x Telekonverter gearbeitet. Mit den Ergebnissen war ich aber nicht zufrieden.

Nachführung

Seit kurzem besitze ich eine Nachführung, um längere Belichtungszeiten möglich zu machen und um damit das eine oder andere Deep Sky Objekte zu fotografieren.

Ich habe mich für die Skywatcher Montierung Star Adventurer entschieden, weil er das Aufsetzen eines Winkelsuchers ermöglicht. So muss ich beim Einnorden keine Verrenkungen machen.

An die Polsucherbeleuchtung habe ich ein Sicherungsband montiert, da sie doch recht lose auf der Schwalbenschwanz-L-Halterung sitzt - dass sie mir einmal vom Balkon gefallen ist reichte mir.

Die Skywatcher Montierung Star Adventurer und einiges Zubehör habe ich bei Astroshop.de bestellt.

Bei sternenhimmel-fotografieren.de gibt es einen sehr ausführlichen Bericht zum Skywatcher Star Adventurer und viele hilfreiche Informationen zur Astrofotografie. Unbedingt mal vorbei schauen.

Hier gibt es zwei Tutorials zur Skywatcher Montierung Star Adventurer

Anmerkung

Da der Omegon Stativ-Kugelkopf Pro OM10 leider keine Arca-Swiss kompatible Wechselplatte hat, habe ich ihn umgebaut.

Die Andoer® DM-55 Klemme bekommt man bei Amazon und die Senkkopfschraube M6x20 mit ISK 4 in jedem Baumarkt.

Sonnenfilter

Für die Sonnenfotografie nutze ich mein PRAKTICAR 500m 5.6 mit einem 2x Telekonverter und einem Baader AstroSolar Spektiv Sonnenfilter. Die Skywatcher Polhöhenwiege des Star Adventurers nutze ich zur Montage des Teleobjektives und zur einfacheren Ausrichtung.

Stellarium liefert mir für die Sonne die Elevation (Höhenwinkel) bezogen auf meinen aktuellen Standort. Den Winkel stelle ich dann an der Polhöhenwiege ein und es wird einfacher, die Sonne mit dem aufgesetzten Sonnenfilter zu finden.

Den Baader AstroSolar Spektiv Sonnenfilter habe ich bei Astroshop.de bestellt.

Hier die Einzelteile mit dem Amazon-Link

Samyang 14/2,8 Objektiv DSLR Nikon F AE manueller Fokus automatischer Blendenring Fotoobjektiv, Weitwinkelobjektiv schwarz
Samyang 135mm F2.0 Objektiv für Anschluss Nikon AE
Rollei Kabelfernauslöser für Nikon
MENGS FC-60G 360° Panorama Schnellwechselplatte Aluminiumlegierung Material Mit Schwalbenschwanzschlitz (38 mm) kompatibler Arca-Swiss-Standard
Andoer® DM-55 Klemme und QR Schnellwechselplatte mit Gradienter für 55mm-Kugelkopf Arca Swiss RRS Wimberley
MENGS® MPU-100 Kamera Solide Aluminium L-förmigen vertikalen Schnellwechselplatte für Stativ-Kugelkopf mit 1/4" Kameraschraube
MENGS® D750 1/4" Schraube L-Förmige Kamera Schnellwechselplatte für Nikon D750

Anmerkung

Um die Kamera hochkant auf der Nachführung oder auf dem Kugelkopf des Stativs zu montieren ist es einfacher, eine L-förmige vertikale Schnellwechselplatten zu verwenden. In der Liste sind zwei verschiedene Modelle aufgeführt. Für die Nikon D750 empfehle ich die MENGS D750, da sie den Anschluss für die Kabelfernbedienung nicht blockiert (siehe rechtes Bild)

Meine Fotoprojekte

Die Sonne

Um die Sonne zu fotografieren, benötigt man ein Teleobjektiv und einen fest montierten Sonnenfilter. Bei einer DSLR Kameras mit einem APS-C Sensor sollte die Brennweite nicht größer als 1.500 mm sein. Bei einer Vollformatkamera liegt die Grenze bei ungefähr 2.300 mm.

  • Fokussieren im Live–View-Modus, dies erlaubt eine wesentlich präzisere Fokussierung als über den optischen Sucher der Kamera
  • ISO Wert so niedrig wie möglich (ISO 100 – 125)
  • den Weißabgleich im Automatik Modus belassen
  • die resultierende Belichtungszeit sollte um 1/1.000 Sekunde oder kürzer liegen
  • die Sonnenoberfläche in Bildmitte darf nicht überbelichtet sein

Dann mehrere Bilder in Serie aufnahmen, so dass man später die schärfste Aufnahme heraussuchen kann.

Das folgende Bild habe ich am 29. November 2019 aufgenommen. An dem Tag hatten wir keine Sonnenaktivitäten wie z.B. Sonnenflecken. Das Bild ist nur in Lightroom bearbeitet worden. Man sieht die Strukturen der Sonnenoberfläche.

Der Mond

Der Mond ist aufgrund seiner Helligkeit eigentlich sehr einfach zu fotografieren. Je näher man an den Mond heranzoomt, desto schneller wandert der Mond auf dem Display und desto kürzer muss die Belichtungszeit eingestellt werden. Bei abnehmendem oder zunehmendem Mond zeichnen Licht und Schatten Konturen, die dem Bild mehr Ausdruck verleihen. Besonders gut zur Geltung kommen die Mondkrater beim sechs Tage alten Mond. Ein dunkler Ort mit wenig Lichtverschmutzung erhöht den Kontrast des Bildes.

Steht der Mond sehr nahe am Horizont, dann macht sich das Flimmern der Luft leider bemerkbar. Dann wird es sehr schwer oder zum reinen Glücksfall, scharfe Bilder vom Mond zu bekommen.

Um das Flimmern der Luft zu eliminieren, werden viele einzelne Bilder oder sogar ein kurzer Film gemacht und dann wird mit Hilfe einer Stacking-Software aus den vielen Bildern ein Bild berechnet, das dann weiter bearbeitet werden kann.

Das folgende Bild ist am 10. August 2019 entstanden. Ich habe mit meinem PRAKTICAR 500m 5.6 mit 2x Telekonverter 30 Einzelbilder aufgenommen, die gestackt und bearbeitet wurden.

Die Planeten

Mein Bild vom Jupiter mit vier seiner Monde (Io, Europa, Ganymed und Kallisto) war einer der großen Glückstreffer. Ich habe es am 17. Juni 2019 mit einer Spiegeloptik SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8 mit 2x Telekonverter aufgenommen.

Das kennt man doch, wenn sich das Lichts des Mondes oder das der untergehenden Sonne im Meer spiegelt. Jetzt was ganz besonderes: Die Venus im Sternbild des Steinbocks leuchtet über dem Meer - einfach nur grandios. Ich kann es immer noch nicht so recht glauben, was ich da fotografiert habe.

Das Bild ist am 26.12.2019 um 19:45 ca. 130 m über N.N. oberhalb von Puerto Naos @ La Palma aufgenommen worden. Man sieht etwas die Lichtverschmutzung von Puerto Naos und den Dunst über dem Meer. 

Die Türken haben das Wort Yakamoz dafür, was andere nur in ganzen Sätzen versuchen auszudrücken. Übersetzt heißt es so viel wie die Widerspiegelung des Mondes im Wasser. Schaut man in die türkische Wikipedia und übersetzt das wieder ins Deutsche, so bedeutet das Wort wohl die Reflexion, die Licht in der Nacht auf dem Wasser verursacht oder ganz simpel auch Nachtreflexion.

Den Saturn will ich noch mal versuchen. Der Mars oder die Venus werden für meine Optiken zu klein am Himmel sein.

Der Sternenhimmel

Bei den folgenden Bildern stand im Vordergrund, den Himmel so zu zeigen, wie er mit bloßem Auge zu sehen war. Ich habe versucht sie so bearbeitet, dass die Bilder das zeigen, was mit bloßem Auge am Himmel zu sehen war.

Der Sternenhimmel über Los Llanos @ La Palma. Man kann die Milchstraße erahnen (Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 2000, f2.8, 20 Sek.). Es liegt Dunst in der Luft und die Beleuchtung des Ortes war nicht wirklich intensiv.

Der Sternenhimmel über Dos Pinos @ La Palma. Es ist eine Panorama-Aufnahmen mit fast 360 Grad (Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 8000, f4.0 und 10 Sek.).

Sternenhimmel bei der Ermita de la Virgen del Pino @ La Palma. Das Bild ist eine Einzelaufnahmen und ist bei Halbmond entstanden, der hell am Himmel stand (Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 4000, f4.0 15 Sek.). Oben rechts wird er von den Zweigen verdeckt.

Die Milchstraße

Die folgenden Bilder der Milchstraße sind alle ohne Nachführung fotografiert.

Die folgenden Bilder sind 24. August 2019 am Wilseder Berg in der Lüneburger Heide entstanden.

Die erste Aufnahme ist aus 10 Light- und 10 Dark-Frames (Nikon D750, 16mm, ISO 2000, 15 Sek. bei f/4.0) mit dem DeepSkyStacker gestackt. Die zweite Aufnahme ist nur aus 10 Light-Frames (Nikon D750, 16mm, ISO 2500, 20 Sek. bei f/4.0) gestackt. Beide Bilder wurden mit Lightroom final bearbeitet.

Dieses Bild ist eine Panorama-Aufnahme aus zwei einzelnen Bildern, die nach dem Zusammensetzen nur mit Lightroom bearbeitet wurde.

Die folgenden Bilder sind am 21. September 2019 aufgenommen worden. Ich habe versucht, die Milchstraße über Buxtehude fotografisch einzufangen.
Das erste Bild ist eine Panorama-Aufnahme aus zwei einzelnen Bildern (Nikon D750, 16mm, ISO 6400, 20 Sek. bei f/4.0), die nach dem Zusammensetzen nur mit Lightroom bearbeitet wurde.
Beim zweiten Bild habe ich senkrecht in den Himmel fotografiert und ein Bild aus 10 Light-Frames und einem Dark-Frame (Nikon D750, 16mm, ISO 5000, 10 Sek. bei f/4.0) gestackt. Bei diesem Bild sieht man in der einen Ecke die Lichtverschmutzung von Buxtehude und in der gegenüberliegenden Ecke die von Hamburg.
Die weitere Bearbeitung der Bilder erfolgte dann nur in Lightroom.

Das erste Bild mit der Buxtehuder Altstadt, der Este und dem beleuchteten Kirchturm ist aus 10 Einzelbildern mit Sequator gestackt (Nikon D750, 16mm, ISO 6400, 15 Sek bei f4.8) und das zweite Bild ist vom Balkon aus aufgenommen und ist aus 20 Einzelbildern mit Sequator gestackt (Nikon D750, 16mm, ISO 5000, 15 Sek bei f4.0)

Und noch mal der Versuch, die Milchstraße zu bekommen. Am 30. Oktober 2019 ist es echt schwierig. Die Lichtverschmutzung ist zu hoch und es ist nicht wirklich klar. Eventuell habe ich auch Probleme mit Tau auf der Optik - es sind 95% Luftfeuchtigkeit und um 2° C.
Das erste Bild ist mit 14mm, ISO 4000, 10 Sek bei f2.8 und das zweite Bild ist mit Sequator aus 20 Bildern mit 14mm, ISO 4000, 6 Sek bei f3.3 gestackt.

Tipps zum Fotografieren der Milchstraße

Die folgende Zusammenstellung kommt von Adamus W. Adelus, der auf Facebook die Gruppe Astrofotografie für Anfänger betreibt. Ich habe die Informationen etwas aufbereitet.

Wenn man den helleren Zentralbereich der Milchstraße fotografieren will, der auch als Sommermilchstraße bekannt ist, dann gilt für Mitteleuropa:

  • er ist ungefähr im Süden sichtbar (Anfang des Jahres leicht östlich, Ende des Jahres leicht westlich)
  • und er ist von Anfang November bis Mitte Februar nicht sichtbar

Die besten Uhrzeiten sind:

  • Im Februar um 05:00, also direkt vor Sonnenaufgang
  • Im März von 04:00 bis 05:00
  • Im April von 02:30 bis 04:00
  • Im Mai von 00:30 bis 03:30
  • Im Juni von 00:00 bis 02:30, also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im Juli von 23:30 bis 03:30, also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im August von 22:00 bis 01:00, also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im September von 20:30 bis 22:30 also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im Oktober während der ersten Stunde nach Sonnenuntergang

Dabei gilt

  • je früher im Jahr desto flacher liegt die Milchstraße über dem Horizont und je später im Jahr, desto steiler steht sie.
  • ab Juni gibt es nördlich der Donau keine echte dunkle Nacht und die angegebenen groben Zeiten können sich deutlich verkürzen. In Norddeutschland ist die Milchstraße daher auch im Hochsommer überhaupt nicht zu sehen und zu fotografieren.

Die Nordlichter

Auf meiner Rundreise durch Island im Oktober 2017 habe ich zum ersten Mal Nordlichter gesehen und fotografiert.

Die Original-Fotos sind mit einer Nikon D750 und einem AF-S NIKKOR 24-120 f4.0 und einem AF-Fisheye NIKKOR 10.5mm f2.8 mit den folgenden Einstellungen aufgenommen:
24mm 10 Sek. f4.0 ISO 2000 / 4 Sek. f4.0 ISO 4000
10.5mm 10 Sek. f4.0 ISO 2000 / 4 und 5 Sek. f4.0 ISO 4000

Diese beiden Bilder sind Fotomontagen, bei denen ich die Landschaft im Westen mit den Nordlichtern im Norden kombiniert habe.

Während der Skuatour 2019 hatten wir Nordlichter über den Färöer Inseln. Ich habe sie vom fahrenden Schiff bei leichtem Wellengang am 1. Februar 2019 frei Hand mit einer Nikon D750 mit AF-S NIKKOR 16-35mm f/4.0 und mit folgender Einstellung 16mm 2 Sek. f4.0 bei ISO 12800 aufgenommen
Dieses Foto ist ein Nordlicht-Panorama, das aus 3 einzelnen Bildern zusammengesetzt ist. Der orangene Schein sind die Lichter von Torshavn.

Das folgende Bild ist ein 180-Grad-Panorama aus 3 Bildern.

Tipps zum Fotografieren der Nordlichter

Die Tanzbewegungen der Aurora sind schnell. Deshalb sollte einem bewusst sein, dass, wenn man diese Tanzbewegung einfrieren möchte, eine kürzere Verschlusszeit als 10 Sekunden gewählt werden sollte. Wählt man eine Verschlusszeit länger als 10 Sekunden, sollte man im Hinterkopf haben, dass sich die Bewegungen überlagern und nicht mehr einzeln aufgeschlüsselt werden können – dafür leuchtet die Aurora stärker und wirkt weicher.
Zum Fotografieren eignet sich eher ein Weitwinkel-Objektiv mit Brennweiten zwischen 12 und 16 mm.
Grundsätzlich sollte die Kamera im manuellen Modus betrieben werden, d.h. Fokus, Belichtung, Blende und ISO-Werte manuell einstellen und die Rauschreduzierung bei hohen ISO-Werten deaktivieren. Ein Stativ ist zwingend notwendig und der Bildstabilisator sollte auch deaktiviert werden.
Anbei ein paar Einstellungen an der Kamera in Abhängigkeit vom Aurora Level - entsprechend der wirklichen Situation ggf. anpassen.

Aurora Level 2
ISO 6400 - 3200
Blende 4 - 2,8
Belichtung 30 - 15 Sekunden

Aurora Level 3
ISO 4000 - 5000
Blende 2,8 - 4
Belichtung 8 - 10 Sekunden

Aurora Level 4
ISO 1600
Blende 2,8
Belichtung 8 Sekunden

Aurora Level 5
ISO 1600
Blende 2,8
Belichtung 10 Sekunden

Deep Sky - Galaxien und Nebel

Mein erster Versuch noch ohne Nachführung in Richtung SüdWest und unter 45 Grad mit einem Teleobjektiv 85 mm - ISO 6400, 4.0 Sek bei f 1.8. Und dann ganz viel Bildbearbeitung, um etwas herauszuholen.

Seit kurzem besitze ich eine Nachführung, um längere Belichtungszeiten möglich zu machen und damit das eine oder andere Deep Sky Objekte zu fotografieren. Jetzt muss ich mich mit dem Einnorden der Nachführung beschäftigen und dann damit, wie ich die Objekte am Nachthimmel finde.

Eine sehr gute Anleitung zum Einnorden nach der Kochab-Methode gibt es in diesem YouTube-Video von sternenhimmel-fotografieren.de. Philipp Keltenich erklärt sehr gut, was, wie und warum beim Einnorden passiert und vor allen worauf man achten muss.
Ich habe mich aber für das manuelle Ausrichten mit der Zeit-, Datums- und Längengrad-Skala entschieden. Eine gute Anleitung dazu gibt es bei zitronentour.de/tutorial-star-adventurer-teil-2.

Um die Objekte (Nebel, Galaxien, Sternhaufen) am Nachthimmel zu finden nutze ich Stellarium. Stellarium liefert mir zu den Objekten den Azumit (Horizontalwinkel 0° = Nord) und die Elevation (Höhenwinkel) bezogen auf meinen aktuellen Standort. Nachdem die Nachführung eingenordet ist, kann ich dann mit Kompass und Neigungsmesser die Kamera auf das Objekt ausrichten - soweit erst mal die Theorie. Mal sehen, ob es in der Praxis so klappt.

Am 29. und am 30. November 2019 gab es für kurze Zeit einen Clear Sky in der Nacht. Ich habe die wenigen Stunden genutzt, um das Einnorden zu üben und um meine ersten Aufnahmen zu machen. Für mich stand erst einmal im Vordergrund, das Einnorden zu beherrschen, die Nachführung zu verstehen und zu schauen, ob die Sterne bei einer Belichtungszeit von 120 Sekunden und einer Brennweite von 120 mm Punkte bleiben. Ich habe die Kamera auf das Sternbild des Schwans ausgerichtet. Dort befindet sich der Nordamerika-Nebel. Beide Bilder habe ich hinterher von nova.astrometry.net mit den bekannten Objekten versehen lassen - also so was wie eine Geo-Referenzierung am Himmel.

Das folgende Bild ist eine Einzelaufnahme - man sieht leichte Strichspuren, die auf ein Verwackeln hindeuten.
(Nikon D750, 120 mm, f4.0, 120 Sek und ISO 500)

Dieses Bild ist auch eine Einzelaufnahme - schon besser, die Sterne sind rund geblieben.
(Nikon D750, 85 mm, f4.0, 30 Sek. und ISO 500)

Ich habe mich für das manuelle Ausrichten mit der Zeit-, Datums- und Längengrad-Skala am Star Adventurer entschieden. Ein sehr stabiles Stativ ist zwingend notwendig, ein Kabelfernauslöser zum Einstellen der Anzahl der Belichtungen sowie der Belichtungszeit (Kamera im M-Modus und auf bulb) verhindert ein Verwackeln.

Am 4. Dezember 2019 war mal wieder ein Abend mit wolkenlosem Himmel. Ich habe mich wieder am Nordamerika-Nebel versucht. Beide Aufnahmen sind ein Stack auf 15 Einzelbildern, die mit Sequator gestackt und in Lightroom weiter bearbeitet wurden (Nikon D750, 85 mm / 50 mm, f4.0, 30 Sek., nachgeführt). Der Halbmond stand im Süden und die Lichtverschmutzung über Buxtehude war recht hoch.

Die Version mit 85 mm habe ich noch einmal etwas anders entwickelt, um den Nebel besser herauszu arbeiten. Ich hätte die Bildserie aber mehr belichten müssen. Das weiss man dann hinterher. Also warten auf eine der nächsten Nächte mit Clear Sky und es dann noch mal probieren.

Sternenhimmel auf La Palma - Die Nebel im Sternbild des Orion: Orionnebel, Pferdekopfnebel und Flammennebel (Nikon D750, 85mm, ISO 1000, f5.6, 3288 Sek Gesamtbelichtungszeit, gestackt mit Sequator und bearbeitet mit Lightroom).

Das folgende Bild ist ein Ausschnitt, der mit Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet wurde. Es zeigt den Pferdekopfnebel und Flammennebel im Gürtel des Orion (Nikon D750, 85mm, ISO 1000, f5.6, 3288 Sek Gesamtbelichtungszeit, gestackt mit Deep Sky Stacker).

Sternbilder und andere spannende Objekte zum Fotografieren

  • NGC 7000 - Nordamerika-Nebel und Pelikannebel
  • M45 - Plejaden
  • M31 - Andromeda Galaxie
  • M42 - Großer Orion-Nebel
  • Pferdekopfnebel und Flammennebel im Gürtel des Orion
  • NGC 2244 - Rosettennebel (links vom Orion Nebel)
  • M51 - Whirlpool Galaxie
  • M13 - Herkuleshaufen
  • Antares-Region
  • Leo Triplett
  • Stern Regulus und links davon die Zwerggalaxie Leo

Um beim großen Orion-Nebel den großen Dynamikumfang in den Griff zu bekommen, kann man Belichtungsreihen probieren und dann das finale Bild als HDR zusammensetzen. Zum Beispiel:

  • mehrere Belichtungsreihen mit 15s - 60s - 120s - 180s
  • Orion: n x 50 Sek. ISO 6400
    Kern:  n x 30 Sek. ISO 2500

Software zur Bildbearbeitung

Neben Adobe Lightroom Classic CC zur Entwicklung der RAW-Bilder und Adobe Photoshop CC zur weiteren Bildbearbeitung wird die folgende Software benötigt.

Für Mond-Bilder

Ich habe auf YouTube ein sehr gutes Video Mondfotografie in Farbe: Datenverarbeitung und Tricks für ein optimales Bild gefunden. Das Video zeigt einen vollständigen Workflow der Mondfotografie mit einer DSLR.

Die folgende Software wird benötigt

Für Milchstraßen- und Deep-Sky-Bilder

Für das Ausrichten und das Stacken der einzelnen Bilder wird die folgende Software benötigt

Für das Stacken von Astro-Landschaftsaufnahmen verwende ich Sequator, weil ich dort den Sternenhimmel für das automatische Ausrichten maskieren kann.

Planetarien für den Rechner

Und um sich am Himmel zurecht zu finden empfehle ich

Es gibt Stellarium auch als Web-Version https://stellarium-web.org/

Um selbst Sternenkarten zu drucken empfehle ich

Erweiterungen für Adobe Photoshop

Astronomy Tools https://www.prodigitalsoftware.com/AstronomyToolsActions.html

Astronomy Tools ist eine Sammlung von Makros für Adobe Photoshop, um das Beste aus den eigenen Astrofotos herauszuholen. Mit diesen Aktionen erhält man Zugriff auf erstklassige Look & Feel-Ergebnisse, deren Erzielung sonst schwierig und zeitaufwendig ist.

StarSpikes Pro 4 https://www.prodigitalsoftware.com/StarSpikesPro4Help.html

StarSpikes Pro 4 ist ein Adobe Photoshop-kompatibles 8BF-Filter-Plug-In, um wunderschöne, fotorealistische Beugungseffekte um Sterne zu erstellen. Es können Effekte hinzugefügt oder vorhandene optischen Beugungseffekte verbessert werden.

Anleitungen

Deep Sky Astrophotography Image Processing Guide https://sellfy.com/p/0zsyyq/

In dieser Anleitung erfährt man, wie Astrofotografiebilder von Anfang bis Ende verarbeitet werden. Diese anfängerfreundliche Anleitung führt durch den gesamten Prozess der Bearbeitung der Fotos.

Auf YouTube habe ich ein sehr gutes Tutorial zum Thema Deep Sky Astrophotography Image Processing gefunden.

Hilfreiche Apps für das Smartphone

Im Lauf der Zeit habe ich die eine oder andere hilfreiche App auf meinem Smartphone installiert.

Die App Nikon Manual Viewer 2 dient zum Herunterladen und Betrachten von Handbüchern für Spiegelreflexkameras von Nikon
https://play.google.com/store/apps/details?id=jp.co.nikon.manualviewer2

Die App Camera Connect & Control verbinde Nikon und Canon Kameras via USB oder Wifi mit dem Handy
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.rupiapps.cameraconnectcast

Die App FotoTool - Fotograf Werkzeuge enthält mehrere nützliche Werkzeuge für Amateure und professionelle Fotografen.
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.alfbishop.software.fototool

Die App ND Filter Calc (DSLR) berechnet einfach und schnell die optimale Belichtung für Aufnahmen mit ND-Filter
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.litedev.ndfilter

Die App Smart Ruler Pro hat einen Winkelmesser (Lot), der mir beim Ausrichten der Kamera (Neigung zur Erdoberfläche) am Nachthimmel hilft.
https://play.google.com/store/apps/details?id=kr.aboy.ruler

Die App Blaue Stunde (Foto-Sonnenrechner) berechnet die Blaue Stunde, Goldene Stunde und Dämmerungszeiten, Aufgang und Untergang von Sonne und Mond
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.reneph.bluehour

Die App Polarlicht-Vorhersage Pro ist für Vorhersage der Wahrscheinlichkeit des Polarlichtes.
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.jrustonapps.myauroraforecastpro

Die App Aurora Alerts - Northern Lights & Polarlicht ist für Vorhersage der Wahrscheinlichkeit des Polarlichtes (funktioniert bei mir nicht immer stabil)
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.aurora_alerts.auroraalerts

Die App Windy.com - Wetter & Radar ist ein außergewöhnliches Werkzeug zur Visualisierung von Wettervorhersagen
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.windyty.android

Die App Kompass hilft mir beim Ausrichten der Kamera (Azumit) am Nachthimmel hilft.

Die App Dark Sky Map zeigt die Lichtverschmutzung Daten über die Google Maps-Schnittstelle an
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.graebr.darkskymap

Die App Stellarium Mobile Himmelskarte ist ein voll ausgestattetes Planetarium für das Smartphone
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.noctuasoftware.stellarium

Die App Clear Outside gibt zuverlässige Wettervorhersagen für die Astronomen mit einem Schwerpunkt auf Wolkendecke
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.firstlightoptics.clearoutside

Die App PolarisView zeigt die Position von Polaris im Polsucher an
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.watware.www.polarisview
 

Weitere Links

Buchempfehlungen

Katja Seidel
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HINWEIS:
Dieser Artikel ist in Arbeit und immer, wenn ich Neues ausprobiert habe und weiter gekommen bin, dann werde ich hieran weiter schreiben - Aktueller Stand vom 15.03.2020