ASTRO-FOTOGRAFIE
Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Milchstraße, Deep Sky und Nordlichter

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung - wie es begann
  • Meine Ausrüstung
    • Kamera und Objektive
    • Nachführung
    • Sonnenfilter
    • Einzelteile mit Amazon-Link
  • Mond, Sonne, Planeten, Kometen, Milchstraße, Nordlichter und Deep Sky
    • Der Mond
    • Die Sonne
    • Die Planeten
      • Der Jupiter
      • Das Saturn-Jupiter-Mond-Dreieck
      • Saturn und Jupiter am sommerlichen Himmel
      • Die Venus
    • Die Kometen
    • Der Sternenhimmel
    • Die Milchstraße
      • Tipps zum Fotografieren der Milchstraße
    • Die Nordlichter
    • Deep Sky - Galaxien und Nebel
      • Nordamerika-Nebel
      • Nebel im Sternbild Orion
      • Galaxien im Sternbild Großer Bär
      • Nebel im Sternbild Fuhrmann
    • Himmelsnavigation / Star-Hopping
    • Sternbilder und andere spannende Objekte zum Fotografieren
  • Software zur Bildbearbeitung
    • Für Mond-Bilder
    • Für Milchstraßen- und Deep-Sky-Bilder
    • Planetarien für den Rechner
    • Erweiterungen für Adobe Photoshop
    • Anleitungen
    • Hilfreiche Apps für das Smartphone
  • Weitere Links und Buchempfehlungen

 

HINWEISE:

Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

Dieser Artikel beschreibt meinen Weg zur Astrofotografie und wird kontinuierlich weitergeschrieben - aktueller Stand vom 07.08.2020

Mond, Sonne, Planeten, Milchstraße, Nordlichter und Deep Sky

Der Mond

Der Mond ist aufgrund seiner Helligkeit eigentlich sehr einfach zu fotografieren. Je näher man an den Mond heranzoomt, desto schneller wandert der Mond auf dem Display und desto kürzer muss die Belichtungszeit eingestellt werden. Bei abnehmendem oder zunehmendem Mond zeichnen Licht und Schatten Konturen, die dem Bild mehr Ausdruck verleihen. Besonders gut zur Geltung kommen die Mondkrater beim sechs Tage alten Mond. Ein dunkler Ort mit wenig Lichtverschmutzung erhöht den Kontrast des Bildes.

Steht der Mond sehr nahe am Horizont, dann macht sich das Flimmern der Luft leider bemerkbar. Dann wird es sehr schwer oder zum reinen Glücksfall, scharfe Bilder vom Mond zu bekommen.

Um das Flimmern der Luft zu eliminieren, werden viele einzelne Bilder oder sogar ein kurzer Film gemacht und dann wird mit Hilfe einer Stacking-Software aus den vielen Bildern ein Bild berechnet, das dann weiter bearbeitet werden kann.

Das folgende Bild ist am 10. August 2019 entstanden. Ich habe mit meinem PRAKTICAR 500m 5.6 mit 2x Telekonverter 30 Einzelbilder aufgenommen, die gestackt und bearbeitet wurden.

Das nächste Bild wurde am Sonntag, den 5. April 2020 aufgenommen. Nikon D750, Prakticar 500 mm mit zweimal 2fach Telekonverter = 2000 mm, ISO 2000 und 1/500 Sek. Das Bild ist nicht beschnitten und auch nicht gestackt, nur in Lightroom bearbeitet. Man kann die verschiedenen Farben der Mondoberfläche etwas erkennen.

Die Sonne

Um die Sonne zu fotografieren, benötigt man ein Teleobjektiv und einen fest montierten Sonnenfilter. Bei einer DSLR Kameras mit einem APS-C Sensor sollte die Brennweite nicht größer als 1.500 mm sein. Bei einer Vollformatkamera liegt die Grenze bei ungefähr 2.300 mm.

  • Fokussieren im Live–View-Modus, dies erlaubt eine wesentlich präzisere Fokussierung als über den optischen Sucher der Kamera
  • ISO Wert so niedrig wie möglich (ISO 100 – 125)
  • den Weißabgleich im Automatik Modus belassen
  • die resultierende Belichtungszeit sollte um 1/1.000 Sekunde oder kürzer liegen
  • die Sonnenoberfläche in Bildmitte darf nicht überbelichtet sein

Dann mehrere Bilder in Serie aufnahmen, so dass man später die schärfste Aufnahme heraussuchen kann.

Das folgende Bild habe ich am 29. November 2019 aufgenommen. An dem Tag hatten wir keine Sonnenaktivitäten wie z.B. Sonnenflecken. Das Bild ist nur in Lightroom bearbeitet worden. Man sieht die Strukturen der Sonnenoberfläche.

Die Planeten

Der Jupiter

Mein Bild vom Jupiter mit vier seiner Monde (Io, Europa, Ganymed und Kallisto) war einer der großen Glückstreffer. Ich habe es am 17. Juni 2019 mit einer Spiegeloptik SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8 mit 2x Telekonverter aufgenommen.

Das Saturn-Jupiter-Mond-Dreieck

Wenn man nur ein Zeitfenster von knapp 3 Stunden hat: In der Nacht zum 09.06.2020 standen Mond, Saturn und Jupiter in einem Dreieck am südlichen Nachthimmel. Leider waren Wolken für die Nacht angesagt, so dass ich eigentlich gar nicht fotografieren wollte. In der Nacht bin ich dann gegen 02:00 Uhr wach geworden und da bot sich mir dann für eine halbe Stunden das folgende Schauspiel.

Der Saturn oben links in den Wolken, oben rechts der Jupiter mit drei seiner Monde (von links nach rechts: Ganymed, Jupiter, Europa, Callisto) und darunter der Mond, teilweise von Wolken verdeckt. Aufgenommen mit Nikon D750, Samyang 135mm f3.3 / f4.0, ISO 1000 und 0,5, 1.0 und 2.0 Sekunden.

Mond, Saturn und Jupiter am Nachthimmel über Buxtehude am 03.08.2020 - leider einen Tag zu spät, weil am 2. August Wolken am Himmel waren. Der Pluto steht aktuell zwischen Saturn und Jupiter, etwas unterhalb der gedachten Linie zwischen den beiden Planeten. Der Pluto ist aber so klein und die Lichtreflexion der Sonne sind so schwach, dass man ihn nicht sieht.
Ich habe lange probiert, um die Struktur der Mondoberfläche mit zu zeigen. Das ist aber bei den Helligkeitsunterschieden so gut wie unmöglich. Für den Mond müsste ich auf eine 1/4000 Sek gehen. Baue ich dass zusammen, dann sieht es sehr unnatürlich aus. Da ist unser menschliches Auge schon besser und bekommt die Situation in Griff.

Bild: Nikon D750, 50mm, ISO 1000, f5.6, 1/4 Sek

Saturn und Jupiter am sommerlichen Himmel

In den Nächten vom 16. und 17. Juni 2020 waren wenige Wolke am Himmel, so dass ich beide Planeten einfangen konnte. Aktuell stehen beide Planeten unter ca. 15° im Süden (nachts um 03:00 Uhr). Nikon D750 und 2000 mm Tele und für Jupiter habe ich 11 und für Saturn habe ich 18 Aufnahmen gestackt und dann auf 1000x1000 Pixel gekroppt.

Das erste Bild zeigt den Jupiter, das zweite den Saturn im gleichen Maßstab. In das dritte Bild zeigt den Jupiter mit seinen vier gallischen Monden (Io, Europa, Ganymed, Kallisto) - dafür habe ich eine Aufnahme von jetzt und eine vom letzten Jahr maßstabsgerecht zusammen montiert.

Ohne Teleskope geht wohl nicht mehr - ich verwende ein 500 mm Tele mit zwei 2-fach-Telekonvertern und das ganze ohne Nachführung, weil es zu viel wiegt. Oder es muss absolut wolken- und dunstfrei sein, damit sich die Erdatmosphäre nicht so stark bemerkbar macht.

Die Venus

Das kennt man doch, wenn sich das Lichts des Mondes oder das der untergehenden Sonne im Meer spiegelt. Jetzt was ganz besonderes: Die Venus im Sternbild des Steinbocks leuchtet über dem Meer - einfach nur grandios. Ich kann es immer noch nicht so recht glauben, was ich da fotografiert habe.

Das Bild ist am 26.12.2019 um 19:45 ca. 130 m über N.N. oberhalb von Puerto Naos @ La Palma aufgenommen worden. Man sieht etwas die Lichtverschmutzung von Puerto Naos und den Dunst über dem Meer. 

Die Türken haben das Wort Yakamoz dafür, was andere nur in ganzen Sätzen versuchen auszudrücken. Übersetzt heißt es so viel wie die Widerspiegelung des Mondes im Wasser. Schaut man in die türkische Wikipedia und übersetzt das wieder ins Deutsche, so bedeutet das Wort wohl die Reflexion, die Licht in der Nacht auf dem Wasser verursacht oder ganz simpel auch Nachtreflexion.

Die Venus in den Plejaden am 3. und 4. April 2020.
Das Bild ist in Buxtehude im Westmoor entstanden. Der Mond stand schon recht hell am Himmel und es waren leichte Schleierwolken vorhanden. Nachführung, Nikon D750, Samyang 135mm + 2fach-Telekonverter, 14 Aufnahmen (ISO 500, 30 Sek) mit Sequator gestackt und mit Lightroom bearbeitet. Beim zweiten Bild sind die Plejaden (Siebengestirn) mit den Astronomy Tools in Photoshop hervorgehoben. Der Strahlenkranz der Venus wurde durch das Objektiv erzeugt - Die richtige Bezeichnung wäre eigentlich Blendenstern, denn das Licht von punktförmigen und kontrastreichen Lichtquellen beugt sich um die Kanten der Blendenlamellen.

Die Kometen

Der Komet C/2020 F3 wurde am 27. März 2020 im Rahmen des Projekts NEOWISE durch das Weltraumteleskop WISE entdeckt.

Man sieht ihn aktuell zwischen NordNordWest und NordNordOst am Nachthimmel. Gegen 01:00 Uhr steht er am tiefsten Punkt genau im Norden. Die beste Zeit zum Beobachten ist während der nautischen Dämmerung (aktuell zwischen 00:00 und 03:00 Uhr), denn dann kann man den Kometen und seinen Schweif mit bloßem Auge sehen. Danach wird es schon wieder zu hell. (Angaben für Buxtehude und Ende Juli 2020)

Aufnahmen vom 11. Juli 2020

Der Komet zusammen mit leuchtenden Nachtwolken (NLC) am Nachthimmel über dem Ostmoor in Buxtehude.

Alle Fotos mit Nikon D750 - Bild 1: Samyang 135mm, 4,0 sec, f4.0, ISO 1000 - Bild 2: Samyang 135mm, 2.0 sec, f4.0, ISO 1000 - Bild 3: NIKKOR 24-120mm bei 65mm, ISO 1000, 6,0 sec, f5,6

Aufnahmen vom 12. Juli 2020

Diese Bilder sind auf dem Estedeich in Moorende entstanden.

Alle Fotos mit Nikon D750 - Bild 1 ist ein Panorama aus 5 Einzelbildern - Bild 2 ist eine Einzelaufnahme - Bild 3 ist ein Stack aus 30 Einzelfotos mit NIKKOR 70-300mm bei 300mm, f8.0, ISO 4000 und 1 sec.

Aufnahmen vom 17. Juli 2020

Diese Bilder sind zwischen 00:00 und 02:00 Uhr auf dem Elbdeich flußabwärts vor dem Lüheanleger entstanden. Das Panorama ist der Blick von Stade über den Lüheanleger bis nach Hamburg.

Alle Fotos mit Nikon D750 und NIKKOR 24-120mm - Bild 1 ist ein Panorama aus 5 Einzelbildern, Bild 2 und 3 sind Einzelaufnahmen.

Aufnahmen vom 21. Juli 2020

Der Komet C/2020 F3 (Neowise) am Nachthimmel über der Elbe. Die Bilder sind am 21. Juli 2020 zwischen 00:00 und 01:00 Uhr am Lüheanleger mit Blick in Richtung Stade entstanden.

Bei den beiden letzten Fotos habe ich das Sternbild des Großen Wagens hervorgehoben.

Bild 1 und Bild 4 sind Einzelaufnahmen, Bild 2 ist eine HDR-Aufnahme und Bild 3 ist gestackt aus 20 Einzelbildern.

Aufnahmen vom 25. Juli 2020

Der Komet C/2020 F3 (Neowise) verabschiedet sich. Er ist mit bloßem Auge so gut wie nicht mehr zu sehen. Die Bilder sind am 25. Juli 2020 kurz nach Mitternacht am Stadtrand von Kappeln aufgenommen worden.

Bei beiden Fotos habe ich das Sternbild des Großen Wagens hervorgehoben.

Bild 1 ist eine Einzelaufnahme Nikon D750, NIKKOR 24-120mm bei 24mm, ISO 5000, f5.6, 10 Sek und Bild 2 ist ein Stack aus 40 Einzelbildern mit den gleichen Parametern wie das erste Bild.

Der Sternenhimmel

Bei den folgenden Bildern stand im Vordergrund, den Himmel so zu zeigen, wie er mit bloßem Auge zu sehen war. Ich habe versucht sie so bearbeitet, dass die Bilder das zeigen, was mit bloßem Auge am Himmel zu sehen war.

Der Sternenhimmel über Los Llanos @ La Palma. Man kann die Milchstraße erahnen (Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 2000, f2.8, 20 Sek.). Es liegt Dunst in der Luft und die Beleuchtung des Ortes war nicht wirklich intensiv.

Der Sternenhimmel über Dos Pinos @ La Palma. Es ist eine Panorama-Aufnahmen mit fast 360 Grad (Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 8000, f4.0 und 10 Sek.).

Sternenhimmel bei der Ermita de la Virgen del Pino @ La Palma. Das Bild ist eine Einzelaufnahmen und ist bei Halbmond entstanden, der hell am Himmel stand (Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 4000, f4.0 15 Sek.). Oben rechts wird er von den Zweigen verdeckt.

Die Milchstraße am Nachthimmel Ende Juli 2020 am Stadtrand von Kappeln an der Schlei (Class 4 Bortle mit Tendenz zu 3).
Ich habe bei den Bilder mit dem gespielt, was zu sehen war. Es sind Einzel- oder Panorama-Aufnahmen, die nicht sehr stark bearbeitet wurden (Nikon D750, Samyang 14mm und ohne Nachführung). Die Panorama-Aufnahmen zeigen mehr oder minder den kompletten Himmel und man muss sich das so vorstellen, dass man im Gras liegt und in den Himmel schaut und drum herum sind dann die Bäume.

Die Milchstraße

Die folgenden Bilder der Milchstraße sind alle ohne Nachführung fotografiert.

Die folgenden Bilder sind 24. August 2019 am Wilseder Berg in der Lüneburger Heide entstanden.

Die erste Aufnahme ist aus 10 Light- und 10 Dark-Frames (Nikon D750, 16mm, ISO 2000, 15 Sek. bei f/4.0) mit dem DeepSkyStacker gestackt. Die zweite Aufnahme ist nur aus 10 Light-Frames (Nikon D750, 16mm, ISO 2500, 20 Sek. bei f/4.0) gestackt. Beide Bilder wurden mit Lightroom final bearbeitet.

Dieses Bild ist eine Panorama-Aufnahme aus zwei einzelnen Bildern, die nach dem Zusammensetzen nur mit Lightroom bearbeitet wurde.

Die folgenden Bilder sind am 21. September 2019 aufgenommen worden. Ich habe versucht, die Milchstraße über Buxtehude fotografisch einzufangen.
Das erste Bild ist eine Panorama-Aufnahme aus zwei einzelnen Bildern (Nikon D750, 16mm, ISO 6400, 20 Sek. bei f/4.0), die nach dem Zusammensetzen nur mit Lightroom bearbeitet wurde.
Beim zweiten Bild habe ich senkrecht in den Himmel fotografiert und ein Bild aus 10 Light-Frames und einem Dark-Frame (Nikon D750, 16mm, ISO 5000, 10 Sek. bei f/4.0) gestackt. Bei diesem Bild sieht man in der einen Ecke die Lichtverschmutzung von Buxtehude und in der gegenüberliegenden Ecke die von Hamburg.
Die weitere Bearbeitung der Bilder erfolgte dann nur in Lightroom.

Das erste Bild mit der Buxtehuder Altstadt, der Este und dem beleuchteten Kirchturm ist aus 10 Einzelbildern mit Sequator gestackt (Nikon D750, 16mm, ISO 6400, 15 Sek bei f4.8) und das zweite Bild ist vom Balkon aus aufgenommen und ist aus 20 Einzelbildern mit Sequator gestackt (Nikon D750, 16mm, ISO 5000, 15 Sek bei f4.0)

Und noch mal der Versuch, die Milchstraße zu bekommen. Am 30. Oktober 2019 ist es echt schwierig. Die Lichtverschmutzung ist zu hoch und es ist nicht wirklich klar. Eventuell habe ich auch Probleme mit Tau auf der Optik - es sind 95% Luftfeuchtigkeit und um 2° C.
Das erste Bild ist mit 14mm, ISO 4000, 10 Sek bei f2.8 und das zweite Bild ist mit Sequator aus 20 Bildern mit 14mm, ISO 4000, 6 Sek bei f3.3 gestackt.

Die Fast-Sommer-Milchstraße mit und ohne Wolken am Himmel wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 2020 in Heringen/Werra mit Blick in Richtung Osten aufgenommen.
Das erste Bild ist ein Panorama aus zwei Stacks mit jeweils 20 Bildern, Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 5000, f4.8, 15 Sek. ohne Wolken am Himmel, das zweite Bild ist ein Stack aus 4 Bildern, Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 5000, f4.8, 15 Sek. mit Wolken am Himmel und das dritte Bild ist ein Stack aus 20 Bildern, Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 5000, f4.8, 15 Sek. Beim dritten Bild sind die Wolken bedingt durch das Stacken nur noch wenig zu sehen.
Die Bilder wurden mit Sequator gestackt, mit Lightroom, Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet.

Die Sommer-Milchstraße am Nachthimmel Ende Juli 2020 am Stadtrand von Kappeln an der Schlei (Class 4 Bortle mit Tendenz zu 3).

Das erste Bild ist ein Panorama aus zwei gestackten Bildern, so wie es nach dem Stacken (mit Sequator) und Stitchen (Microsoft Image Composite Editor) aussieht, also unbearbeitet. Das zweite Bild ist dann mit Lightroom und Photoshop bearbeitet (2x 20 Einzelaufnahmen ohne nachführung: Nikon D750, Samyang 14mm, ISO 6400, f4.0, 10 Sekunde).

Die Panorama-Aufnahmen zeigen mehr oder minder den kompletten Himmel und man muss sich das so vorstellen, dass man im Gras liegt und in den Himmel schaut und drum herum sind dann die Bäume.

Tipps zum Fotografieren der Milchstraße

Die folgende Zusammenstellung kommt von Adamus W. Adelus, der auf Facebook die Gruppe Astrofotografie für Anfänger betreibt. Ich habe die Informationen etwas aufbereitet.

Wenn man den helleren Zentralbereich der Milchstraße fotografieren will, der auch als Sommermilchstraße bekannt ist, dann gilt für Mitteleuropa:

  • er ist ungefähr im Süden sichtbar (Anfang des Jahres leicht östlich, Ende des Jahres leicht westlich)
  • und er ist von Anfang November bis Mitte Februar nicht sichtbar

Die besten Uhrzeiten sind:

  • Im Februar um 05:00, also direkt vor Sonnenaufgang
  • Im März von 04:00 bis 05:00
  • Im April von 02:30 bis 04:00
  • Im Mai von 00:30 bis 03:30
  • Im Juni von 00:00 bis 02:30, also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im Juli von 23:30 bis 03:30, also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im August von 22:00 bis 01:00, also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im September von 20:30 bis 22:30 also direkt nach Sonnenuntergang
  • Im Oktober während der ersten Stunde nach Sonnenuntergang

Dabei gilt

  • je früher im Jahr desto flacher liegt die Milchstraße über dem Horizont und je später im Jahr, desto steiler steht sie.
  • ab Juni gibt es nördlich der Donau keine echte dunkle Nacht und die angegebenen groben Zeiten können sich deutlich verkürzen. In Norddeutschland ist die Milchstraße daher auch im Hochsommer überhaupt nicht zu sehen und zu fotografieren.

Die Nordlichter

Auf meiner Rundreise durch Island im Oktober 2017 habe ich zum ersten Mal Nordlichter gesehen und fotografiert.

Die Original-Fotos sind mit einer Nikon D750 und einem AF-S NIKKOR 24-120 f4.0 und einem AF-Fisheye NIKKOR 10.5mm f2.8 mit den folgenden Einstellungen aufgenommen:
24mm 10 Sek. f4.0 ISO 2000 / 4 Sek. f4.0 ISO 4000
10.5mm 10 Sek. f4.0 ISO 2000 / 4 und 5 Sek. f4.0 ISO 4000

Diese beiden Bilder sind Fotomontagen, bei denen ich die Landschaft im Westen mit den Nordlichtern im Norden kombiniert habe.

Während der Skuatour 2019 hatten wir Nordlichter über den Färöer Inseln. Ich habe sie vom fahrenden Schiff bei leichtem Wellengang am 1. Februar 2019 frei Hand mit einer Nikon D750 mit AF-S NIKKOR 16-35mm f/4.0 und mit folgender Einstellung 16mm 2 Sek. f4.0 bei ISO 12800 aufgenommen
Dieses Foto ist ein Nordlicht-Panorama, das aus 3 einzelnen Bildern zusammengesetzt ist. Der orangene Schein sind die Lichter von Torshavn.

Das folgende Bild ist ein 180-Grad-Panorama aus 3 Bildern.

Tipps zum Fotografieren der Nordlichter

Die Tanzbewegungen der Aurora sind schnell. Deshalb sollte einem bewusst sein, dass, wenn man diese Tanzbewegung einfrieren möchte, eine kürzere Verschlusszeit als 10 Sekunden gewählt werden sollte. Wählt man eine Verschlusszeit länger als 10 Sekunden, sollte man im Hinterkopf haben, dass sich die Bewegungen überlagern und nicht mehr einzeln aufgeschlüsselt werden können – dafür leuchtet die Aurora stärker und wirkt weicher.
Zum Fotografieren eignet sich eher ein Weitwinkel-Objektiv mit Brennweiten zwischen 12 und 16 mm.
Grundsätzlich sollte die Kamera im manuellen Modus betrieben werden, d.h. Fokus, Belichtung, Blende und ISO-Werte manuell einstellen und die Rauschreduzierung bei hohen ISO-Werten deaktivieren. Ein Stativ ist zwingend notwendig und der Bildstabilisator sollte auch deaktiviert werden.
Anbei ein paar Einstellungen an der Kamera in Abhängigkeit vom Aurora Level - entsprechend der wirklichen Situation ggf. anpassen.

Aurora Level 2
ISO 6400 - 3200
Blende 4 - 2,8
Belichtung 30 - 15 Sekunden

Aurora Level 3
ISO 4000 - 5000
Blende 2,8 - 4
Belichtung 8 - 10 Sekunden

Aurora Level 4
ISO 1600
Blende 2,8
Belichtung 8 Sekunden

Aurora Level 5
ISO 1600
Blende 2,8
Belichtung 10 Sekunden

Deep Sky - Galaxien und Nebel

Nordamerika-Nebel

Mein erster Versuch noch ohne Nachführung in Richtung SüdWest und unter 45 Grad mit einem Teleobjektiv 85 mm - ISO 6400, 4.0 Sek bei f 1.8. Und dann ganz viel Bildbearbeitung, um etwas herauszuholen.

Seit kurzem besitze ich eine Nachführung, um längere Belichtungszeiten möglich zu machen und damit das eine oder andere Deep Sky Objekte zu fotografieren. Jetzt muss ich mich mit dem Einnorden der Nachführung beschäftigen und dann damit, wie ich die Objekte am Nachthimmel finde.

Eine sehr gute Anleitung zum Einnorden nach der Kochab-Methode gibt es in diesem YouTube-Video von sternenhimmel-fotografieren.de. Philipp Keltenich erklärt sehr gut, was, wie und warum beim Einnorden passiert und vor allen worauf man achten muss.
Ich habe mich aber für das manuelle Ausrichten mit der Zeit-, Datums- und Längengrad-Skala entschieden. Eine gute Anleitung dazu gibt es bei zitronentour.de/tutorial-star-adventurer-teil-2.

Um die Objekte (Nebel, Galaxien, Sternhaufen) am Nachthimmel zu finden nutze ich Stellarium. Stellarium liefert mir zu den Objekten den Azumit (Horizontalwinkel 0° = Nord) und die Elevation (Höhenwinkel) bezogen auf meinen aktuellen Standort. Nachdem die Nachführung eingenordet ist, kann ich dann mit Kompass und Neigungsmesser die Kamera auf das Objekt ausrichten - soweit erst mal die Theorie. Mal sehen, ob es in der Praxis so klappt.

Am 29. und am 30. November 2019 gab es für kurze Zeit einen Clear Sky in der Nacht. Ich habe die wenigen Stunden genutzt, um das Einnorden zu üben und um meine ersten Aufnahmen zu machen. Für mich stand erst einmal im Vordergrund, das Einnorden zu beherrschen, die Nachführung zu verstehen und zu schauen, ob die Sterne bei einer Belichtungszeit von 120 Sekunden und einer Brennweite von 120 mm Punkte bleiben. Ich habe die Kamera auf das Sternbild des Schwans ausgerichtet. Dort befindet sich der Nordamerika-Nebel. Beide Bilder habe ich hinterher von nova.astrometry.net mit den bekannten Objekten versehen lassen - also so was wie eine Geo-Referenzierung am Himmel.

Das folgende Bild ist eine Einzelaufnahme - man sieht leichte Strichspuren, die auf ein Verwackeln hindeuten.
(Nikon D750, 120 mm, f4.0, 120 Sek und ISO 500)

Dieses Bild ist auch eine Einzelaufnahme - schon besser, die Sterne sind rund geblieben.
(Nikon D750, 85 mm, f4.0, 30 Sek. und ISO 500)

Ich habe mich für das manuelle Ausrichten mit der Zeit-, Datums- und Längengrad-Skala am Star Adventurer entschieden. Ein sehr stabiles Stativ ist zwingend notwendig, ein Kabelfernauslöser zum Einstellen der Anzahl der Belichtungen sowie der Belichtungszeit (Kamera im M-Modus und auf bulb) verhindert ein Verwackeln.

Am 4. Dezember 2019 war mal wieder ein Abend mit wolkenlosem Himmel. Ich habe mich wieder am Nordamerika-Nebel versucht. Beide Aufnahmen sind ein Stack auf 15 Einzelbildern, die mit Sequator gestackt und in Lightroom weiter bearbeitet wurden (Nikon D750, 85 mm / 50 mm, f4.0, 30 Sek., nachgeführt). Der Halbmond stand im Süden und die Lichtverschmutzung über Buxtehude war recht hoch.

Die Version mit 85 mm habe ich noch einmal etwas anders entwickelt, um den Nebel besser herauszu arbeiten. Ich hätte die Bildserie aber mehr belichten müssen. Das weiss man dann hinterher. Also warten auf eine der nächsten Nächte mit Clear Sky und es dann noch mal probieren.

Nebel im Sternbild Orion

Sternenhimmel auf La Palma - Nebel im Sternbild Orion: Orionnebel, Pferdekopfnebel und Flammennebel (Nikon D750, 85mm, ISO 1000, f5.6, 3288 Sek Gesamtbelichtungszeit, gestackt mit Sequator und bearbeitet mit Lightroom).

Das folgende Bild ist ein Ausschnitt, der mit Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet wurde. Es zeigt den Pferdekopfnebel und Flammennebel im Gürtel des Orion (Nikon D750, 85mm, ISO 1000, f5.6, 3288 Sek Gesamtbelichtungszeit, gestackt mit Deep Sky Stacker).

Galaxien im Sternbild Großer Bär

Sternenhimmel über Buxtehude - Galaxien im Sternbild Großer Bär / Großer Wagen

Die klaren Nächte zwischen dem 19. und 22. April 2020 habe ich genutzt, um mich an die Pinwheel-Galaxy (M101) und Whirlpool-Galaxy (M51) im Sternbild Großer Bär heranzutrauen und die Technik und das Können zu verbessern.

Das Übersichtsfoto ist mit einer Nikon D780, 85mm, ISO 1000, f3.2 und 67x30 Sek. gemacht.

Danach habe ich ein 300mm Objektiv verwendet. Es sind 38 Aufnahmen für M101 und 19 Aufnahmen für M51 mit ISO 3200, f6.3 und 45 Sek.

Für diese Aufnahme habe ich einen Getriebe-Neiger zur einfacheren Positionierung der Kamera am Nachthimmel eingesetzt. Das folgende Foto der Pinwheel-Galaxy ist mit einer Nikon D780, 500mm Soligor Spiegeloptik, ISO 6400, f8.8 und 60 Sek. entstanden (59 Lights, 10 Darks, 10 Flats). Es ist mit Sequator gestackt, mit Lightroom, Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet worden.

Nebel im Sternbild Fuhrmann

Für das Auffinden des Flammenden Stern Nebels (IC 405), der ein diffuser Nebel im Sternbild des Fuhrmanns ist, habe ich auch mit dem Getriebeneiger gearbeitet. Zuerst den Stern Capella am Nachthimmel in den Bildmittelpunkt gesetzt, das Objektiv getauscht, scharf gestellt und dann über die Diffenz zwischen Capella und Nebel die richtige Position angesteuert, 110 Lights, 10 Darks, 10 Flats, Nikon D780, 500mm Soligor Spiegeloptik, f8.8, ISO 5000, 30 sec. Es ist mit Sequator gestackt, mit Lightroom, Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet worden. Um den nebel besser herauszuarbeiten, muss ich noch viel mehr Licht sammeln und eventuell sogar eine astromodifizierte Kamera einsetzen.

Himmelsnavigation / Star-Hopping

Wenn man eine Galaxie wie z.B. die Pinwheel Galaxy fotografieren möchte, dann benötigt man Objektive mit großer Brennweite an der Kamera. Da die Galaxien nicht sichtbar sind, wird es schwierig, sie zu finden und die Kamera richtig auszurichten.

Kleine Galaxien über bekannte Sterne ansteuern
Mit einem Getriebe-Neiger geht es ganz recht einfach. Der Getriebe-Neiger übernimmt die Funktion des Kugelkopfes zur Kameraausrichtung. Nach dem Einnorden der Montierung wird dann über den Getriebe-Neiger die Kamera auf einen Stern in der Nähe der Galaxie positioniert, so dass der Stern in die Bildmitte ist. Über die Rektaszension und die Deklination (liefert Stellarium für das Datum) kann man dann die Differenz zwischen dem Stern und der Galaxie berechnen. Um diese Differenz muss dann die Ausrichtung der Kamera mit Hilfe des Getriebe-Neigers verstellt werden. Das Ganze funktioniert relativ zur aktuellen Ausrichtung der Kamera, sofern sie mit dem Getriebe-Neiger positioniert wurde.

So sieht meine Nachführung mit dem Getriebe-Neiger aus

Hier ein Artikel zur Paralaktischen Montierung und zur weiteren Erklärung der Begriffe.

Beispiel: Pinwheel-Galaxy


Screenshot aus Stellarium

Über den Stern Alkaid, der zum Sternbild Großer Bär gehört und sehr einfach am Himmel zu finden ist, kann die Pinwheel-Galaxy relativ zum Stern gefunden werden.

Dazu bestimmt man mit Hilfe von Stellarium für einen Ort und ein Datum (Buxtehude, 22.04.2020) die Rektaszension und die Deklination für zwei Stern und für die Galaxie. Ich habe mir eine Excel-Tabelle erstellt, in der ich die Werte eintrage und die dann alle Umrechnungen für mich macht.

Für die Umrechnung der Rektaszension von Stunden in Grad gilt 1h = 15°.

Um die Kamera auf den Stern Alkaid auszurichten, wird zuerst die Nachführung eingenordet, dann ein Zoom-Objektiv verwende und am Getriebe-Neiger die Deklinationsachse auf 49° voreingestellt. Jetzt die Rektaszensionachse (Polachse) am Getriebe-Neiger drehen, bis der Stern im Bildmittelpunkt ist, dazu eventuell die Deklinationsachse nachjustieren. Über den Getriebe-Neiger kann die Kamera auch noch gekippt werden, um die Lage des Bildausschnitts zu wählen. Das Zoom-Objektiv hilft, einerseits den Überblick zu behalten und andererseits genau auf den Stern zu positionieren.

Wenn sich der Stern Alkaid im Bildmittelpunkt befindet, dann muss die Kamera über einen Getriebe-Neiger in der Rektaszensionachse (Polachse) um 5,90° und in der Deklinationachse um -5,61° bewegt werden. Danach zeigt der Bildmittelpunk auf den Stern Mizar. Wenn das funktioniert hat, dann wieder den Bildmittelpunkt auf Stern Alkaid zurück stellen und das finale Objektiv montieren. Jetzt kann der Stern Alkaid zum Scharfstellen genutzt werden. Um zur Pinwheel Galaxy zu schwenken, muss die Kamera über einen Getriebe-Neiger in der Rektaszensionachse (Polachse) um -3,90° und in der Deklinationachse um -5,04° bewegt werden.

Beim Getriebe-Neiger ist angegeben, welchen Winkel eine vollen Umdrehung der Stellräder entspricht. Dann muss man nur noch in die richtige Richtung drehen und mitzählen. Beim Manfrotto MA410 ist der Rotationsgrad der Stellräder bei einer vollen Drehung = 7.2°, bei einer 1/4-Drehung= 1,8°.

Beispiele für Getriebe-Neiger

JUNIOR Geared Head
BENRO GD3WH Präzisions Getriebeneiger
BENRO Rotula GD3WH Precision MICROMILMETRICA

Sternbilder und andere spannende Objekte zum Fotografieren

  • NGC 2244 - Rosettennebel (links vom Orion Nebel)
  • NGC 2841 - Tigeraugengalaxie
  • NGC 2903 - Balken-Spiralgalaxie im Sternbild des Löwen
  • NGC 4565 - Nadelgalaxie
  • NGC 7000 - Nordamerika-Nebel und Pelikannebel
  • NGC 7129 - (Belichtung: 125 x 180 Sek.)
  • M8 - Lagunennebel
  • M13 - Herkuleshaufen
  • M31 - Andromeda Galaxie
  • M33 - Dreiecksnebel, auch als Dreiecksgalaxie sowie als Triangulumnebel bezeichnet
  • M42 - Großer Orion-Nebel
  • M45 - Plejaden
  • M51 - Whirlpool Galaxie
  • M63 - Sunflower Galaxy
  • M64 - Black-Eye Galaxie
  • M81 - Bodes Galaxie im Großen Bären
  • M82 - Zigarrengalaxie im Großen Bären
  • M101 - Pinwheel Galaxy, die Feuerradgalaxie
  • M104 - Sombrero Galaxy
  • M106 - im Sternbild Jagdhunde
  • Pferdekopfnebel und Flammennebel im Gürtel des Orion
  • Antares-Region
  • Leo Triplett (M65 und M66, sowie die Spiralgalaxie NGC 3628)
  • Stern Regulus und links davon die Zwerggalaxie Leo
  • Virgocluster Galaxienfeld im Sternbild Jungfrau

Um beim großen Orion-Nebel den großen Dynamikumfang in den Griff zu bekommen, kann man Belichtungsreihen probieren und dann das finale Bild als HDR zusammensetzen. Zum Beispiel:

  • mehrere Belichtungsreihen mit 15s - 60s - 120s - 180s
  • Orion: n x 50 Sek. ISO 6400
    Kern:  n x 30 Sek. ISO 2500

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