Dipl.-Ing. Roger Steen

IT Consulting, Softwareentwicklung, Business Coaching und Fotografie


»Der Weg der Astro-Fotografie ist ein sehr steiniger. Sei sicher, Du wirst über jeden Stein stolpern, der auf diesem Weg liegt. Nur, wenn Du es schaffst, jedes Mal wieder aufzustehen, wirst Du ans Ziel kommen.«

Ich bin noch auf dem Weg und ich weiß längst, wie wahr dieser Satz ist und ich mache trotzdem weiter.

ASTRO-FOTOGRAFIE
Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Milchstraße, Deep Sky und Nordlichter

Inhaltsverzeichnis

 

HINWEISE

Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

Dieser Artikel beschreibt meinen Weg zur Astro-Fotografie und wird kontinuierlich erweitert.

Letzte Änderungen am 21. November 2022

 

Foto-Kalender

Die Ergebnisse meiner Astrofotografie habe ich in einer Kalender-Sonderedition als Monatsplaner mit beschreibbarem Kalendarium, als Monatskalender und als Posterkalender ohne Kalendarium zusammengestellt.
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DEEP SKY - GALAXIEN, STERNHAUFEN UND NEBEL

Einführung

Seit Sommer 2019 besitze ich eine Nachführung, um längere Belichtungszeiten möglich zu machen und um damit das eine oder andere Deep Sky Objekte zu fotografieren. Ich musste mich mit dem Einnorden der Nachführung beschäftigen und wie ich die Objekte am Nachthimmel finde.

Eine sehr gute Anleitung zum Einnorden nach der Kochab-Methode gibt es in diesem YouTube-Video von sternenhimmel-fotografieren.de. Philipp Keltenich erklärt sehr gut, was, wie und warum beim Einnorden passiert und vor allen, worauf man achten muss.
Ich habe mich aber für das manuelle Ausrichten mit der Zeit-, Datums- und Längengrad-Skala am Star Adventurer entschieden. Eine gute Anleitung dazu gibt es bei zitronentour.de/tutorial-star-adventurer-teil-2. Ein sehr stabiles Stativ ist zwingend notwendig, ein Kabelfernauslöser oder ein Funk-Fernauslöser zum Einstellen der Anzahl der Belichtungen sowie der Belichtungszeit (Kamera im M-Modus und auf bulb) verhindert ein Verwackeln.

Um die Objekte (Nebel, Galaxien, Sternhaufen) am Nachthimmel zu finden nutze ich Stellarium. Stellarium liefert mir zu den Objekten den Azimut (Horizontalwinkel 0° = Nord) und die Elevation (Höhenwinkel) bezogen auf meinen aktuellen Standort. Nachdem die Nachführung eingenordet ist, kann ich dann

  • mit Kompass und Neigungsmesser  
  • mit einem Leuchtpunktsucher und durch Orientierung an den Sternbildern
  • mit einem Plate-Solver

die Kamera auf das Objekt ausrichten - soweit erst mal die Theorie. Mal sehen, ob es in der Praxis so klappt und was am einfachsten funktioniert.

Nordamerika-Nebel

Eine Einzelbelichtung vom Oktober 2019 ohne Nachführung in Richtung SüdWest und unter einem Höhenwinkel von 45°. Und dann ganz viel Bildbearbeitung, um etwas herauszuholen.

Nikon D750 + AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G
mit ISO 6400, f1.8, 4 Sekunden

Am 29. und am 30. November 2019 gab es für kurze Zeit einen Clear Sky in der Nacht. Ich habe die wenigen Stunden genutzt, um das Einnorden zu üben und um meine ersten Aufnahmen zu machen. Für mich stand erst einmal im Vordergrund, das Einnorden zu beherrschen, die Nachführung zu verstehen und zu schauen, ob die Sterne bei einer Belichtungszeit von 120 Sekunden und einer Brennweite von 120 mm Punkte bleiben. Ich habe die Kamera auf das Sternbild des Schwans ausgerichtet. Dort befindet sich der Nordamerika-Nebel. Beide Bilder habe ich hinterher von nova.astrometry.net mit den bekannten Objekten versehen lassen - also eine Geo-Referenzierung am Himmel gemacht.

Das folgende Bild ist eine Einzelaufnahme - man sieht leichte Strichspuren, die auf ein Verwackeln hindeuten.

Nikon D750 + AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G
bei 120 mm mit ISO 500, f4.0, 120 Sekunden

Dieses Bild ist auch eine Einzelaufnahme - schon besser, die Sterne sind rund geblieben.

Nikon D750 + AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G
mit ISO 500, f4.0, 30 Sekunden

Am 4. Dezember 2019 war mal wieder ein Abend mit wolkenlosem Himmel. Ich habe mich wieder am Nordamerika-Nebel versucht. Beide Aufnahmen sind ein Stack auf 15 Einzelbildern, die mit Sequator gestackt und in Lightroom weiter bearbeitet wurden. Der Halbmond stand im Süden und die Lichtverschmutzung über Buxtehude war recht hoch.

Nachführung + Nikon D750 + AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G / AF NIKKOR 50mm 1:1.8D,
mit f4.0, 30 Sekunden

Die Version mit 85 mm habe ich noch einmal etwas anders entwickelt, um den Nebel besser herauszuarbeiten. Ich hätte die Bildserie aber mehr belichten müssen. Das weiß man dann hinterher. Also warten auf eine der nächsten Nächte mit Clear Sky und es dann noch mal probieren.

Der Nordamerika-Nebel ist 2200 Lichtjahre entfernt und hat einen Duchmesser von ca. 100 Lichtjahren.

Nordamerika-Nebel in H-alpha

Ich habe mir für meine monochrome Astro-Kamera auch einen H-alpha-Schmalbandfilter gekauft, der nur die Strahlung des angeregten Wasserstoffs durchlässt. Am 21.11.2021 war klarer Himmel und ich habe auf den Nordamerika-Nebel gehalten.

Mit SharpCapPro steuere ich die Aufnahmen und kann den PlateSolver ASTAP ansteuern. Der analysiert das Bild der Kamera und sagt mir genau, wohin der Bildmittelpunkt zeigt:

Solution : RA=20:56:09,Dec=+44:19:48 (J2000)
Field of View : 8,25x5,55 degrees
Time : Sun, 21 Nov 2021 23:50:34 GMT
Orientation : up is 312,3 degrees E of N

Wenn ich die RA- und DEC-Werte in Stellarium eintrage, Datum und Uhrzeit sowie Kamera und Optik auswähle, dann zeigt mir Stellarium genau den Ausschnitt, den ich aufnehme. Hier zwei Screenshots aus Stellarium:

Dieses Foto ist mit einem schmalbandigen H-alpha-Filter aufgenommen und zeigt nur die Strahlung des angeregten Wasserstoffs.

Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 36db, H-alpha 7nm Filter
Nikon AF NIKKOR  50mm F1.8 mit F4.0 und Objektivheizung,
42 Lights und 10 Darks zu je 60 Sek, gestackt mit AstroPixelProcessor und etwas in Lightroom bearbeitet

Nordamerika-Nebel in Luminanz

Dieses Foto ist mit einem Luminanzfilter anstelle eines H-alpha-Filters aufgenommen. Der Luminanzfilter lässt das sichtbare Licht durch und ist ein Sperrfilter für die IR- und UV-Anteile.

Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 6db, Luminanz-Filter
Nikon AF NIKKOR  50mm F1.8 mit F4.0 und Objektivheizung,
30 Lights und 10 Darks zu je 60 Sek, gestackt mit AstroPixelProcessor und etwas in Lightroom bearbeitet

Himmel ohne Sterne

Und was bleibt, wenn man aus einem Foto die Sterne entfernt - man sieht die Nebel besser.

Dann habe ich aus dem H-alpha-Bild die Sterne mit der Software StarNet++ herausgerechnet. Das Ergebnis zeigt die Strukturen des Nebels recht gut und geht schon mal in die richtige Richtung, aber an der Bildbearbeitung muss ich noch etwas drehen.

Nebel im Sternbild Orion

Sternenhimmel auf La Palma im Dezember 2019 - Nebel im Sternbild Orion: Orionnebel, Pferdekopfnebel und Flammennebel. Das Bild wurde mit Sequator gestackt und mit Lightroom bearbeitet.

Nachführung + Nikon D750 + AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G
mit ISO 1000, f5.6, 3288 Sekunden Gesamtbelichtungszeit

Entfernung zum  
Orionnebel    1344 Lichtjahre
Pferdekopfnebel    1500 Lichtjahre
Flammennebel    1354 Lichtjahre

 

Das folgende Bild ist ein Ausschnitt, der mit Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet wurde. Es zeigt den Pferdekopfnebel und Flammennebel im Gürtel des Orion und wurde mit Deep Sky Stacker gestackt.

Nachführung + Nikon D750 + AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G
mit ISO 1000, f5.6, 3288 Sekunden Gesamtbelichtungszeit

Die beiden folgenden Bilder sind am Abend des 19. Dezember 2020 entstanden. Da war irgendwie mehr am Himmel als nur die Sterne. Das erste Bild ist ein Stack mit Sequator aus 30 Aufnahmen und das zweite aus 20 Aufnahmen.

Bild 1: Nachführung + Nikon D750 + Nikkor 70-200mm f/2.8
bei 200mm, ISO 200, f4.8, 20 Sekunden
Bild 2: Nachführung + Nikon D750 + SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8
bei ISO 2000, 30 Sekunden

In den Tagen um den 23. und 24. Febraur 2021 war aufgrund der Wetterlage der Staub und Sand der Sahara in der Luft. Am 23. waren am Himmel keine Sterne zu sehen, nur der Mond leuchtete matt. Am 24. konnte ich den Orion erkennen. Ich habe 20 Bilder gemacht und die Bilder einmal mit AstroPixelProzessor (linkes Bild) und einmal mit Sequator (rechtes Bild) gestackt und mit Lightroom final bearbeitet.

Nachführung + Nikon D750 + SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8
bei ISO 1000, 30 Sekunden

In der Nacht vom 5. März 2021 war es recht kalt und sternenklar. Also mal wieder alles auf dem Balkon aufgebaut. Stativ, Nachführung, Kamera mit Samyang 135mm f2.0 und um die Frontlinse eine Objektiv-Heizung gegen eventuellen Tau.

Bild 1: Orionnebel und Gürtelsternen mit Flammennebel / Pferdekopfnebel
Bild 2: Ausschnitt - Flammennebel / Pferdekopfnebel
Bild 3: Ausschnitt - nur Orionnebel

Es sind 78 Aufnahmen, gestackt und bearbeitet mit AstroPixelProzessor und minimal mit Lightroom nachbearbeitet.

Nachführung + Nikon D750 + Samyang 2.0/135mm
ISO 500, f3.3, 30 Sekunden

Die folgenden Aufnahmen sind am 3. Dezember 2021 gegen 01:30 Uhr entstanden. Ich hatte in der Nacht getestet, ob auch eine nur ungefähre Einnordung der Nachführung reicht: Ich habe das Stativ mit der Nachführung auf dem Balkon eingenordet und dann das Stativ an unser Südfenster ohne Blick nach Norden gestellt. Da die Pflastersteine auf dem Balkon und das Laminat in der Wohnung gleich ausgerichtet sind, konnte ich einfach mit dem Zollstock die richtige Drehung des Stativs realisieren. Das funktioniert. Belichtungen mit 30 Sekunden und einer Brennweite von 135 mm ergeben runde Sterne und der Bildausschnitt wandert nur unwesentlich. Damit kann ich weiter experimentieren.

Bild 1 ist ein Stack aus 17 Einzelbilder, den ich mit Sequator gestackt habe. Durch die Einstellungen beim Stacken wurden die Schleierwolken herausgerechnet.

Bild 2 ist eine Einzelaufnahme mit den durchziehenden Schleierwolken, die entsprechend mit Lightroom bearbeitet wurde.

Nachführung + Nikon D750 + Samyang 2.0/135mm
ISO 1000, f3.3, 30 Sekunden

Himmel ohne Sterne

Und was bleibt, wenn man aus einem Foto die Sterne entfernt - man sieht die Nebel besser.

Dies ist ein erster Versuch: ich habe mit der Software StarNet++, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, die Sterne aus einem Astrofoto entfernt und übrig bleiben der Orion-, Flammen- und Pferdekopf-Nebel.

Die Technik werde ich jetzt mal mit reinen H-alpha Aufnahmen ausprobieren, um die Strukturen der großen Wasserstoffnebel besser darstellen zu können.

Die Nebel im Sternbild Orion in H-alpha

Ich habe mir für meine monochrome Astro-Kamera auch einen H-alpha-Schmalbandfilter gekauft, der nur die Strahlung des angeregten Wasserstoffs durchlässt. Am 19., 24. und 25. Dezember 2021 war klare und teilweise sehr kalte Nächte und ich habe die Kamera auf die Nebel im Sternbild Orion gehalten.

In der Nacht vom 19. Dezember 2021 habe ich meine ersten Versuche mit den Nebeln im Sternbild Orion gemacht. Erstmal mit einer 50 mm Optik, um den großen Orionnebel und den Flammen- und Pferdekopfnebel auf ein Bild zu bekommen.

Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 9db, H-alpha 7nm Filter
Nikon AF NIKKOR  50mm F1.8 bei F4.0 und mit Objektivheizung,
40 Lights und 20 Darks zu je 60 Sek, gestackt mit AstroPixelProcessor und etwas in Lightroom bearbeitet

In der Nacht vom 24. Dezember 2021 habe ich die 50 mm Optik gegen eine 85 mm Optik getauscht. Um einfacher fokussieren zu können, habe ich das Nikon 85 mm Objektiv um einen manuellen Microfokussierer erweitert. Meinen Bearbeitungsworkflow habe ich auch geändert. Ich habe nach dem Stacken erst den Hintergrund entrauscht und dann das Strecken des Histogramms und die weitere Bearbeitung vorgenommen.

Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 18db, H-alpha 7nm Filter
Nikon AF-S NIKKOR  85mm F1.8 bei Offenblende und mit Objektivheizung,
 180 Lights und 20 Darks zu je 30 Sek, gestackt mit AstroPixelProcessor und etwas in Lightroom bearbeitet

In der Nacht vom 25. Dezember 2021 habe ich sowohl den Flammen- und den Pferdekopfnebel als auch den großen Orionnebel fotografiert. Diesmal habe ich beim Orionnebel mit verschiedenen Verstärkungen experimentiert, um auch die Sterne im Zentrum des Nebels abbilden zu können.

Die Bilder sind mit AstroPixelProcessor gestackt und etwas in Lightroom bearbeitet.

Bild 1: Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 36db, H-alpha 7nm Filter
Nikon AF-S NIKKOR 85mm F1.8 bei Offenblende, Objektivheizung, 65 Lights und 10 Darks zu je 60 Sek.
Bild 2: Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 6db, H-alpha 7nm Filter
Nikon AF-S NIKKOR 85mm F1.8 bei Offenblende, Objektivheizung, 47 Lights zu je 60 Sek.

Was ich in dieser Nacht gelernt habe: Die Darks und die Lights müssen in Verstärkung und Belichtungszeit zusammen passen. Ich hatte leider nur Darks zum Schluß der Aufnahmesession gemacht. Von daher musste ich das Bild des großen Orionnebels ohne Darks entwickeln.

In der Nacht vom 6. Januar 2022 habe ich mit meiner monochromen Astrokamera und einem Nikon AF 50mm den Pferdekopf- und Flammen-Nebel in H-alpha fotografiert.

Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 36db, H-alpha 7nm Filter
Nikon AF 50mm 1:1.8D bei F4.0 und mit Objektivheizung,
 60 Lights, 10 Darks mit jeweils 60 Sekunden

In der Nacht vom 21. Januar 2022 habe ich mit meiner monochromen Astrokamera und dem MotorFokus System für das Samyang 135mm noch mal den großen Orionnebel in H-alpha fotografiert. Ziel der Nacht war es, erste Erfahrungen mit dem MotorFokus System zu sammeln.

Das Bild ist mit AstroPixelProcessor gestackt, mit DxO Nik Dfine2 entrauscht und mit Lightroom bearbeitet worden. Es ist nur ganz gering beschnitten worden.

Star Adventurer, ZWO ASI178MM, Gain (Verstärkung) 18db, H-alpha 7nm Filter
Samyang 135mm F2.0 bei F2.8 und mit Objektivheizung, ZWO MotorFokus System,
117 Lights, 20 Darks mit jeweils 30 Sekunden

Das folgende Bild ist vom 2. April 2022. Das Seeing war nicht besonders. Ich habe in der Nacht in erster Linie mein neues ZWO Motorisiertes Filterrad getestet und habe ausprobiert, wie sich das Samyang 135mm F2.0 mit einem 2fach Telekonverter macht.

Sky Watcher EQM-35 Pro SynScan GoTo + ZWO ASI1600MM PRO bei -10°C +
H-alpha SchmalbandFilter 7nm + Samyang 135mm F2.0 bei F2.0 + 2fach Telekonverter +
ZWO MotorFokus System + ZWO motorisiertes Filterrad +
ZWO ASI178MM Guidingkamera mit 120mm Guiding Objektiv
  30 Bilder, Gain 18 dB, Belichtung 60 Sekunden je Bild
gestackt mit AstroPixelProcessor und bearbeitet mit DxO Define 2 und Lightroom

Galaxien im Sternbild Großer Bär

Sternenhimmel über Buxtehude - Galaxien im Sternbild Großer Bär / Großer Wagen

Die klaren Nächte zwischen dem 19. und 22. April 2020 habe ich genutzt, um mich an die Pinwheel-Galaxy (M101) und Whirlpool-Galaxy (M51) im Sternbild Großer Bär heranzutrauen und mein Können zu verbessern.

Die Pinwheel-Galaxy ist 20 Millionen Lichtjahre entfernt und hat einen Radius von 85000 Lichtjahren. Die Whirlpool-Galaxy ist sogar 23 Millionen Lichtjahre entfernt.

Das Übersichtsfoto ist mit eine 85 mm Teleobjektiv gemacht.

Nachführung + Nikon D780 + AF-S NIKKOR 85mm 1:1.8G
mit ISO 1000, f3.2, 67 x 30 Sekunden

Danach habe ich ein 300 mm Teleobjektiv verwendet. Es sind 38 Aufnahmen für M101 und 19 Aufnahmen für M51 gestackt.

Nachführung + Nikon D780 + AF-S NIKKOR 70-300mm 1:4.5-5.6G
bei 300 mm mit ISO 3200, f6.3 und 45 Sekunden

Für diese Aufnahme habe ich einen Getriebe-Neiger zur einfacheren Positionierung der Kamera am Nachthimmel eingesetzt. Das folgende Foto der Pinwheel-Galaxy ist aus 59 Lights, 10 Darks, 10 Flats mit Sequator gestackt, mit Lightroom, Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet worden.

Nachführung + Nikon D780 + SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8
mit ISO 6400, 60 Sekunden

Nebel im Sternbild Fuhrmann

Für das Auffinden des Flammenden Stern Nebels (IC 405), der ein diffuser Nebel im Sternbild des Fuhrmanns ist, habe ich auch mit dem Getriebe-Neiger gearbeitet. Zuerst den Stern Capella am Nachthimmel in den Bildmittelpunkt gesetzt, das Objektiv getauscht, scharf gestellt und dann über die Differenz zwischen Capella und dem Nebel die richtige Position angesteuert. 110 Lights, 10 Darks und 10 Flats sind mit Sequator gestackt, mit Lightroom, Photoshop und den Astronomy Tools bearbeitet worden. Aber um den Nebel besser herauszuarbeiten, muss ich noch viel mehr Licht sammeln und eventuell sogar eine astromodifizierte Kamera oder eine monochrome Astro-Kamera mit einem H-alpha-Schmalbandfilter einsetzen.

Nachführung + Nikon D780 + SOLIGOR MIRROR LENS 500mm 8.8
mit ISO 5000, 30 Sekunden

Andromeda-Galaxie

Die Andromeda-Galaxie (M 31) ist die der Milchstraße nächstgelegene Spiralgalaxie und ca. 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie befindet sich im namensgebenden Sternbild Andromeda und ist das entfernteste Objekt, das unter guten Bedingungen ohne technische Hilfsmittel mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Ich habe mit Hilfe eines Fernglases sie schon am milchigen Schein am Nachthimmel gesehen.

Das folgende Bild ist am 20. September 2020 entstanden. Es ist aus 59 Lights und 15 Darks mit AstroPixelProcessor gestackt und mit Lightroom final bearbeitet worden.

Nachführung + Nikon D750 + AF-S VR NIKKOR 70-200mm 1:2.8G
bei 200mm mit ISO 1600, f4.0, 30 Sekunden

Das folgende Bild ist am 26. Februar 2022 entstanden. Das Bild ist mit einer gekühlten monochromen AstroKamera ZWO ASI1600MM PRO und einem Samyang 135mm F2.0 in Offenblende aufgenommen. Ich habe die Kamera auf -25 °C runtergekühlt. Es sind ca. 45 Minuten Licht und ich habe mit einem Luminanz-Filter (IR und UV werden abgeschnitten) fotografiert.

Die kleine Galaxie ist die M110 und die ist 2,2 Millionen Lichtjahre entfernt.

Sky-Watcher EQM-35 Pro, ASI1600MM PRO, Samyang 135mm F2.0, Luminanz-Filter +
ZWO ASI178MM Guidingkamera mit 120mm Guiding Objektiv
90 x 30 Sekunden, 20 Darks, keine Flats,
mit AstroPixelProcessor gestackt und mit Lightroom bearbeitet.

Plejaden (Siebengestirn)

Die Plejaden (auch Siebengestirn oder Sieben Schwestern, M 45) sind ein offener Sternhaufen, der mit bloßem Auge gesehen werden kann. Er ist ein Teil unserer Galaxie, der Milchstraße. Seinen Namen erhielt der Sternhaufen von den Plejaden der griechischen Mythologie. Er liegt knapp 444 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier, umfasst mindestens 1200 Sterne und ist etwa 125 Millionen Jahre alt.
Das folgende Bild ist am 21. September 2020 entstanden. Es ist aus 90 Lights und 15 Darks mit AstroPixelProcessor gestackt und mit Lightroom final bearbeitet worden.

Nachführung + Nikon D750 + AF-S VR NIKKOR 70-200mm 1:2.8G
bei 200mm mit ISO 1250, f5.6, 30 Sekunden

Cirrusnebel (Schleier-Nebel)

Ich habe mich am 23. September 2020 mal wieder an einem Nebel versucht. Im Sternbild des Schwans unterhalb der beiden Flügelsterne Fawaris III und Aljanah (hier oben links und rechts im Bild) gibt es den Cirrusnebel (auch Schleier-Nebel, die Überreste einer Supernova, die vor 8000 Jahren stattfand, Durchmesser 120 x 150 Lichtjahre). Unten rechts im Bild ist noch der Mothra-Haufen, ein offener Sternhaufen, zu sehen.
Aber ohne astromodifizierte Kamera bzw. ohne die Verwendung eines Nebelfilters wird man da wohl nicht weiter kommen. Da ist mit meiner Technik wohl nicht mehr drinnen und auch die Bearbeitung solcher Bilder ist nicht so ganz ohne. Es sind 120 Lights und 20 Darks, die gestackt wurden. Ich habe erst mit Sequator gestackt, mich dann aber doch für das Stacken und Bearbeiten mit AstroPixelProcessor entschieden. Final ist das Bild dann mit Lightroom bearbeitet worden - na ja, mehr geht erst mal nicht...

Nachführung + Nikon D750 + AF-S VR NIKKOR 70-200mm 1:2.8G
bei 200mm mit ISO 1600, f4.0, 30 Sekunden

Crescent Nebel (Sichelnebel oder Mondsichelnebel)

NGC 6888 ist ein Emissionsnebel im Sternbild Schwan, der 4700 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Er gehört zur Milchstraße und hat einen Durchmesser von 25 Lichtjahren. Er wird auch Crescent Nebel, Sichelnebel oder Mondsichelnebel genannt. NGC 6888 wird von einem sogenannten Wolf-Rayet-Stern mit der Bezeichnung WR 136 beleuchtet. Vermutlich wurde das Gas des Nebels ebenfalls von diesem Stern abgestoßen.
Das Bild zeigt den oberen Teil des Emissionsnebels und ist mit einem H-alpha-Filter aufgenommen - es zeigt nur die Strahlung des angeregten Wasserstoffs als monochrome Aufnahme.
Als H-alpha oder Hα bezeichnet man in der Astronomie und Physik die hellste Spektrallinie des angeregten Wasserstoffs (chemisches Symbol: H) im sichtbaren Licht. Da Wasserstoff das bei weitem häufigste chemische Element im Weltraum ist, sind Beobachtungen mit H-alpha-Filtern nicht nur für Sterne, sondern auch für Gasnebel und andere Himmelsobjekte aufschlussreich.

3,6 m Teleskope mit AutoGuiding, monochrome Astro-Kamera ASI1600 MM, H-alpha-Filter
13 Aufnahmen zu je 600 Sekunden gestackt

Rosettennebel

Der Rosettennebel ist ein diffuser Emissionsnebel mit eingebettetem offenen Sternhaufen, der den Nebel zum Leuchten bringt, im Sternbild Einhorn. Heute bezeichnen die NGC-Objekte NGC 2237, NGC 2238, NGC 2239 und NGC 2246 verschiedene Teile des Nebels. Die Entfernung zur Erde beträgt 5219 Lichtjahre. Sein Radius beträgt 65 Lichtjahre.

Die Aufnahme ist mit einer Sky-Watcher EQM-35 Pro SynScan GoTo Montierung und einer gekühlten AstroKamera ZWO ASI1600MM, einem Samyang 135mm F2.0 in Offenblende und einem H-alpha Schmalbandfilter gemacht - man sieht auf der Aufnahme nur den leuchtenden Wasserstoff. Es sind 120 Aufnahmen zu je 60 Sekunden, keine Darks, keine Flats und die Sensortemperatur betrug -25 °C. Die zusätzliche Guiding-Kamera ZWO ASI178MM an einem ZWO 30 mm Mini Leitfernrohr war auch eingeschaltet, um die Nachführung zu verbessern - gemessene Abweichung betrug ±2 Pixel.

Einmal das Übersichtsbild und dann nur der Nebel in groß vom 28. Februar 2022.

Sky-Watcher EQM-35 Pro, ASI1600MM PRO, Samyang 135mm F2.0, H-alpha Schmalbandfilter +
ZWO ASI178MM Guidingkamera mit 120mm Guiding Objektiv
120 x 60 Sekunden, keine Darks, keine Flats,
mit AstroPixelProzessor gestackt und mirt Lightroom bearbeitet.

Für dieses Bild habe ich mit StarNet++ v1.1 die Sterne herausrechnet. Übrig bleibt dann nur der Nebel.

Ich habe Ende Februar und Anfang März in zwei Sessions 3 x 2 Stunden Schmalbandaufnahmen in H-alpha, O-III und S-II aufgenommen. Mit AstroPixelProcessor habe ich die Rohdaten dann gestackt und zu Falschfarbenbilder verarbeitet.

Hier erst mal der Stack der Rohdaten. Ich habe bewusst keine weitere Bearbeitung vorgenommen, nur den Bildausschnitt gecroppt.

Bild 1 = H-alpha Schmalband
Bild 2 = O-III Schmalband
Bild 3 = S-II Schmalband

Mit AstroPixelProcessor kann man dann die einzelnen Kanäle zu Farb- oder Falschfarb-Bilder zusammenfügen. Auch hier habe ich ganz bewusst die Standardeinstellung übernommen und keine weitere Bearbeitung vorgenommen. Nur der Bildausschnitt wurde gecroppt.

Bild 1 = HSO 1
Bild 2 = HSO 2
Bild 3 = HOO 1
Bild 4 = HOO 2
Bild 5 = SHO (Hubble) 1
Bild 6 = SHO (Hubble) 2

Ich habe jetzt Rohdaten und werde mich nach und nach mal in die Verarbeitung einarbeiten. Wenn es das Wetter in einer mondlosen Nacht zulässt, dann werde ich noch RGB-Daten vom Rosettennebel sammeln. Und eigentlich müsste ich die O-III und S-II Aufnahmen noch mal machen, da der Mond Anfang März leider am Himmel stand. Gerade im O-III hat der Mond negative Einflüsse auf die Qualität.

Nebel im Sternbild Zwillinge / Orion

Am 26. März 2022 habe ich meine Kamera auf ein spannendes Gebiete an der Grenze der beiden Sternbilder Zwillinge und Orion ausgerichtet.

Unten links ist der Affenkopf Nebel (NGC 2174, ein H-II-Emissionsnebel, etwa 6400 Lichtjahre von der Erde entfernt und mit einem Durchmesser von 75 Lichtjahren), in der Mitte der Quallen-Nebel (IC 443, ein galaktischer Supernovaüberrest, 4892 Lichtjahre von der Erde entfernt und mit einem Durchmesser von 70 Lichtjahren) und unten rechts der Schuhschnallen-Haufen (M35, offener Sternhaufen, 2772 Lichtjahre von der Erde entfernt und mit einem Durchmesser von 22 Lichtjahren).

Der helle Stern in der Mitte des Bildes ist Eta Geminorum (Propus), ein ca. 391 Lichtjahre entferntes Sternsystem im Sternbild Zwillinge. Seine Hauptkomponente ist ein Roter Riese des Spektraltyps M3. Eta Geminorum ist des Weiteren ein halbregelmäßig veränderlicher Stern. Darüber sieht man Tejat Prior, er ist ein ca. 349 Lichtjahre von unserer Sonne entfernter Roter Riese des Spektraltyps M3.

Sky Watcher EQM-35 Pro SynScan GoTo + ZWO ASI1600MM PRO bei -10°C +
H-alpha SchmalbandFilter 7nm + Samyang 135mm F2.0 bei F2.0 + ZWO MotorFokus System +
ZWO ASI178MM Guidingkamera mit 120mm Guiding Objektiv
90 Bilder, Gain 30 dB, Belichtung 60 Sekunden je Bild
gestackt mit AstroPixelProcessor und bearbeitet mit Lightroom

Weihnachtsbaum-Sternhaufen

NGC 2264 beschreibt ein Gebiet, das aus einem Teil eines H-II-Gebiets (mit einer davor liegenden Dunkelwolke, dem Konusnebel), einem Sternhaufen (dem Weihnachtsbaum-Sternhaufen) und dem diffusen Nebel dazwischen besteht. Es befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn und hat eine scheinbare Helligkeit von 4,1 mag.

Oft werden die Einzelkomponenten falsch bezeichnet. So z. B. die H-II-Region alleine als NGC 2264. Der New General Catalogue jedoch bezeichnet die Gesamtheit aus H-II-Gebiet, offenem Sternhaufen und diffusem Nebel mit der Nummer 2264.

Das folgende Bild ist vom 2. April 2022. Das Seeing war nicht besonders. Ich habe in der Nacht in erster Linie mein neues ZWO Motorisiertes Filterrad getestet und habe ausprobiert, wie sich das Samyang 135mm F2.0 mit einem 2fach Telekonverter macht.

Sky Watcher EQM-35 Pro SynScan GoTo + ZWO ASI1600MM PRO bei -10°C +
H-alpha SchmalbandFilter 7nm + Samyang 135mm F2.0 bei F2.0 + 2fach Telekonverter +
ZWO MotorFokus System + ZWO motorisiertes Filterrad +
ZWO ASI178MM Guidingkamera mit 120mm Guiding Objektiv
 55 Bilder, Gain 36 dB, Belichtung 60 Sekunden je Bild
gestackt mit AstroPixelProcessor und bearbeitet mit DxO Define 2 und Lightroom

Galaxien im Sternbild Jagdhunde

Ich habe die Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2022 mal wieder zum Fotografieren genutzt. Das Foto ist zwischen 01:00 und 02:00 Uhr entstanden. Ich habe mein Samyang 135 mm F2.0 mit einem 2fach Telekonverter und einer ASI1600MM PRO bei -10°C gekoppelt. Das entspricht so 540 mm Brennweite an Vollformat. Ich habe 30 Aufnahmen zu je 2 Minuten gemacht und mit AstroPixelProcessor gestackt und mit Lightroom bearbeitet.

Wir haben aktuell keine astronomische Dunkelkeit mehr, das Seeing war nicht optimal und ich habe mit einem Luminanzfilter fotografiert. Man sieht das Koma des Telekonverters, der zudem auch nicht besonders gut zu sein scheint. Ich bewege mich im absoluten Grenzbereich - aber immerhin, man sieht etwas und mit H-alpha wäre da eventuell mehr drinnen, weil ich schmalbandig fotografiere und mir somit keine Gedanken um Koma machen muss - ich müsste aber sehr viel länger belichten.

Die große Galaxie in der Mitte ist Messier 106, eine Balken-Spiralgalaxie im Sternbild Jagdhunde mit einem Radius von 67500 Lichtjahren. Sie enthält ca. 400 Milliarden Sterne. Die Entfernung zur Erde beträgt etwa 23 Millionen Lichtjahre.
Im zweiten Bild habe ich mal die Namen der Galaxien und deren Entfernung zur Erde in MLJ = Million Lichtjahre eingetragen.

Sky Watcher EQM-35 Pro SynScan GoTo + ZWO ASI1600MM PRO bei -10°C +
Luminanz-Filter + Samyang 135mm F2.0 bei F2.0 + 2fach Telekonverter +
ZWO MotorFokus System + ZWO motorisiertes Filterrad +
ZWO ASI178MM Guidingkamera mit 120mm Guiding Objektiv
  30 Bilder, Gain 12 dB, Belichtung 120 Sekunden je Bild
gestackt mit AstroPixelProcessor und bearbeitet mit DxO Define 2 und Lightroom

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